
Die Suche nach dem richtigen Charterboot.
Charterboot:
Allgemeines Sie haben sich entschieden einen Urlaub auf dem Wasser zu verbringen? Dann sind folgende grundsätzliche Fragen zu klären:
Das Gelingen der Reise hängt ganz davon ab, ob das gewählte Charterboot der Crew für eine, zwei oder mehr Wochen genügend Raum und Komfort bietet. Sie sollten ein Charterboot niemals nur nach der Höhe des Mietpreises auswählen. Es mag ein 9 Meter Charterboot mit 8 Schlafplätzen geben, das wird aber besonders bei schlechten Wetterbedingungen und einer 8-köpfigen Crew sehr eng unter Deck und kann sehr schnell zu einer gereizten Stimmung führen.
Sind Sie Anfänger und was das Segeln betrifft noch sehr unsicher, so sollten Sie ein Charterboot mit mehr Motorleistung bevorzugen. Hier bietet sich evtl. ein Motorsegler an, denn damit können Sie segeln, haben aber auch die Möglichkeit weite Strecken per Motor zurückzulegen und fahren dabei komfortabel und relativ wirtschaftlich. Außerdem sind die Manövriereigenschaften besser als bei einer Segelyacht. Das Raumangebot ist bei Motorseglern, bei gleicher Bootslänge, durch das große Unterwasserschiff sehr viel großzügiger. Für Reviere mit schwachen Winden oder viel Regen bietet sich ein Motorsegler besonders für Familien an. Hier finden Sie Schutz vor Regen in dem meist überdachten Cockpit und können auch bei wenig Wind zügig vorankommen. Eine Segelyacht sollte grundsätzlich nur mit Motor bewegt werden, wenn kein Wind herrscht oder wenn es vorgeschrieben ist.
Charterboot: Geräumigkeit und Raumaufteilung
Die Entscheidung wie groß das Charterboot sein soll, hängt in erster Linie von der Personenzahl ab. Stimmen Sie Ihre Crew vor Buchen der Reise darauf ein, dass "viel Platz" auf einem Charterboot nicht annähernd soviel Platz bedeutet wie das im allgemeinen Sprachgebrauch vielleicht verstanden wird.
Die Aufteilung der Räume spielt eine erhebliche Rolle für das Leben an Bord. Nach Möglichkeit sollten die Plätze im Durchgang immer freibleiben, denn dann kann sich jeder ungestört durch das gesamte Charterboot bewegen. Die einzelnen Kabinen sollten mit einer Tür, mindestens einem Vorhang, von den anderen getrennt sein. Das ist besonders wegen der ohnehin engen Verhältnisse wichtig, damit man sich auch mal in seine "eigenen vier Wände" zurückziehen kann. Das ganze ist obendrein viel gemütlicher, vor allem wenn Pärchen oder Schnarcher dabei sind ;-).
Charterboot: Schiffslänge
Sind Sie eher unerfahren, wird es Ihnen vor allem in schwierigen Situtationen sehr schwerfallen, ein großes Charterboot sicher zu navigieren. Besonders anspruchsvolle Gebiete lassen sich sicherlich leichter mit einem größeren Charterboot handhaben. Hier haben Sie vor allem in Gebieten mit hoher Welle den großen Vorteil, dass ein großes Charterboot z.B. nicht so stark ins Schaukeln gerät und sehr viel ruhiger im Wasser liegt. Der entscheidende Faktor sollte niemals der Preis alleine sein. Jeder Meter mehr Länge beim Charterboot schlägt sich sehr stark im Preis nieder zahlt sich aber überproportional im Komfort wieder aus. Ein Charterurlaub ist ohnehin kein "billiger" Urlaub und von daher sollten auch die letzten paar Euro nicht an falscher Stelle gespart werden. Kleine Raumverhältnisse können schnell, insbesondere bei Regen, wenn alle unter Deck hocken, zu Aggressionen führen und diese sollten durch ein geräumiges Schiff von vornherein vermieden werden. Als Faustregel gilt: eine, besser zwei Kojen mehr zu buchen als Crewmitglieder an Bord sind. Bei kurzen Törns, bspw. übers Wochendende, spielt das keine so große Rolle.
Charterboot: Ausstattung
Segelurlaub ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Die wenigsten Charterer wissen, dass eine elektrische Heizung oder eine elektrisch betriebene Wasserpumpe genauso zur Sonderausstattung gehören, wie eine Dusche an Bord. Bei der Auswahl des Bootes sollten Sie sich im Klaren sein, auf welchen Komfort Sie nicht verzichten können. Im Zweifel gilt: Ist etwas nicht explizit als Zubehör angegeben, wird es auch nicht vorhanden sein. So gibt es im Charterboot z.B. schwenkbare Herde, die sich der Krängung des Schiffes anpassen und somit ein überschwappen des Kochtopfes auf See verhindern. Dann solche mit Duschen unter Deck oder sogar oben auf Deck zum duschen nach dem Baden. Warmwasser zählt schon zum größeren Luxus. So wird für's Abwaschen z.B. meist Wasser im Kochtopf warm gemacht. Die Stromversorgung ist besonders bei einem Charterboot mit alten Batterien nicht immer 100%ig gewährleistet. Um sicher zu gehen, sollten Sie darauf achten, dass es auf dem Charterboot eine Batterie für den Motor und eine für die Bordelektronik gibt. Diese sollten Sie dann auch nur zum jeweiligen Zweck nutzen. Achten Sie auch auf Kleinigkeiten, wie die Ausstattung mit Geschirr und Besteck. So kann es beispielsweise nützlich sein einen Schnellkochtopf von zu Hause mitzubringen. Ein Spritzwasserverdeck sollte besonders für die Nebensaison in Schlechtwettergebieten vorhanden sein. In sehr warmen Gebieten mit viel Sonne sollten Sie sich Gedanken machen, wie Sie sich vor der Sonne schützen können. Auf dem Wasser wirkt die Sonne um ein Vielfaches stärker als an Land und macht somit ein Sonnensegel praktisch unverzichtbar. Das Leben an Bord wird bei lang anhaltender Sonneneinstrahlung sonst schnell unerträglich. Sollte kein Sonnensegel vorhanden sein, können Sie sich auch mit einem kleinen Vorsegel eines bauen. Dazu legen Sie dieses einfach über den Baum und befestigen es mit den Schothörnern an Backbord und Steuerbord vom Charterboot.
Charterboot: Motorisierung
Achten Sie besonders als Neuling darauf, dass Sie ein Charterboot mit ausreichender Motorleistung chartern. Der Motor dient nicht nur bei Flaute der Fortbewegung, sondern soll in Notsituationen als Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Bei Starkwind, Seegang oder starker Strömung, ist ein kräftiger Motor manchmal unverzichtbar. Besonders wenn Sie große Diestanzen zurücklegen, bringen Sie mit einem zu schwachen Motor u.U. die gesamte Crew in Gefahr. Weniger als 3 PS pro Tonne Verdrängung sollten Sie in keinem Fall akzeptieren. Alles über 5 PS pro Tonne sollte ausreichend sein. Der Verbrauch eines durchschnittlichen Dieselmotors liegt bei ca. 0,25 Liter pro PS und Stunde. Haben Sie also einen Motor mit 10 PS Leistung, so sollten Sie 2,5 Liter pro Stunde an Verbrauch rechnen. Wenn Sie davon ausgehen, dass Sie u.U. bis zu 10 Stunden unter Motor laufen müssen, dann sollten Sie 25 Liter Dieselkraftstoff mitführen.
Charterboot: Beiboot
Die Schiffslänge entscheidet über die Art des Beibootes. So ist es bei einem kurzen Charterboot sinnvoller, ein aufblasbares Boot mitzuführen. Der Zeitaufwand das Beiboot aufzublasen ist allerdings nicht unerheblich. Ausserdem lässt sich ein solches Boot schlechter rudern und ist nicht so stabil und fest wie ein Hartschalenboot. Ein festes Beiboot bietet den größeren Komfort und sollte dem Schlauchboot vorgezogen werden. Bei ruhiger See oder in geschützen Gewässern mit wenig Wellengang kann es auch ohne Probleme nachgeschleppt werden. Es sollte nur solche Ausmaße haben, dass es bei heftigerem Wellengang oder Wetter an Deck untergebracht werden kann. Ein Aussenborder für das Beiboot ist nicht unbedingt notwenig, bietet sich jedoch an, wenn z.B. flache Ufergegenden erkundet werden sollen oder die Ankerplätze weit vom Ufer entfernt liegen.
Charterboot: Informationen über einzelne Yachten
Besorgen Sie sich über das Charterboot, welches Sie chartern möchten, immer ausführliche Informationen. Sollte der Vercharterer diese Aufgabe nicht übernehmen, erledigen Sie das auf eigene Faust. Nutzen Sie dazu unsere Zusammenstellung der bekanntesten Bootswerften im Menüpunkt Service. Sie erhalten direkt beim Hersteller vom Charterboot ausführliche Informationen, mit denen Sie das Charterboot auf Geeignetheit hin überprüfen können. Sollten Sie den einen oder anderen Bootstyp nicht wiederfinden, erfragen Sie Kontaktmöglichkeiten zum jeweiligen Hersteller direkt bei Ihrem Vercharter. Der wird mit Sicherheit wissen wie Sie an Informationen von den Booten, die er schliesslich verchartert, herankommen. Ausserdem werden häufig von Fachzeitschriften Testberichte über verschiedenen Bootstypen veröffentlicht. Sehen Sie dazu in unserer Rubrik Zeitschriften nach entsprechenden Kontaktdaten zu den Verlagen und fragen Sie dort einfach mal nach.